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EYC 2009 - die Sieger stehen fest

Internationales Dressur-Jugendchampionat in der Hand der Favoriten

Große Überraschungen bot ein Blick auf die Siegerlisten am Ende des dreitägigen Dressur-Turniers auf dem Bonner Hardtberg zwar nicht, es gab aber interessante Entwicklungen und individuelle Erfolge, die vielleicht vor dem Turnier noch nicht absehbar waren. Auf dem Weg zu den Europameisterschaften waren die European Youngster Championships 2009, wie das Turnier offiziell bezeichnet wird, auf jeden Fall eine wichtige Standortbestimmung.

Zunächst zu den jüngsten Teilnehmern, den Ponyreitern (12 bis 16 Jahre): Vier Ponyreiter werden zu den Europameisterschaften Anfang August nach Belgien reisen, wer diese sein werden, steht erst nach der zweiten Sichtung in Freudenberg fest. Mit einem Ticket kann aber wohl jetzt schon der Sieger der Ponytour am Wesselheideweg, Sönke Rothenberger rechnen. Wie bereits am Samstag, überzeugte er auch in der finalen Kürprüfung am Sonntag vormittag.

Im Gegensatz zur Qualifikation zählen in den Kürprüfungen zwei Noten: die A-Note gibt Aufschluss über die Technik, die B-Note bewertet den künstlerischen Eindruck der Vorstellung, dazu zählen unter anderem Choreografie, Übereinstimmung zur Musik, der Schwierigkeitsgrad der technischen Komponenten und die Harmonie zwischen Reiter und Pferd. In jedem Kür-Finale sind pro Nation jeweils nur drei Reiter zugelassen, egal wir groß die Dominanz eines Landes in den Qualfikationsprüfungen gewesen war.

In der ersten Final-Kür des Sonntags, dem Preis des Lions-Club Bonn-Venusberg, zeigte der 14-jährige Sönke Rothenberger mal wieder seine reiterliche Klasse: er ritt seinen 10-jährigen Hengst Deinhard zu Musik der Gruppe Coldplay und setze das bewegungsstarke Pony dabei perfekt in Szene. Am Ende ergaben 78,66% den Sieg, für den es übrigens neben dem Preisgeld auch eine wertvolle Armbanduhr als Ehrenpreis gab. Knapp dahinter rangierte Der Feine Lord mit Bianca Nowag, die auf glatte 77% kam, Platz drei ging ebenfalls an eine deutsche Starterin, Katharina Weychert; ihr gelangen mit Golden Derano 75% und damit der dritte Platz. Beste ausländische Starterin wurde die Dänin Anne Tange mit dem Wallach Tim, 72% gab es insgesamt für sie. Im sogenannten kleinen Finale, dem Preis der Firma von Lauff und Bolz aus Frechen, ging der Sieg an Viktoria Braun mit Voyager. Der Hengst der Familie Richter aus Düsseldorf wurde von seiner Reiterin dynamisch und schwungvoll präsentiert, so dass sie mit 70,43% vor Grete Linnemann auf Cinderella gewinnen konnte, die 69,12% erritt. Bundestrainerin Cornelia Endres war sehr zufrieden mit den Leistungen der deutschen Ponyreiter, vor allem aber mit Grete Linnemann. Die 12-jährige zeigte mit ihrem erst 6-jährigen eleganten braunen Pony Nervenstärke und großes Talent.

Erfreulich das Abschneiden von Lena Rom, die für den ARC Bonn startet: die zierliche 14-jährige Belgierin (die übrigens noch überlegt, ob sie demnächst für Deutschland antreten will) erreichte in der starken Konkurrenz mit 66,57% einen beachtlichen fünften Rang und ist ihrem Ziel, den Deutschen Meisterschaften in München, vielleicht schon einen kleine Schritt näher gekommen. Dagegen war Florine Kienbaum aus Lohmar mit ihrem Abschneiden auf Donnertraum etwas enttäuscht. Hatte sie noch im Mai beim Preis der Besten mit dem Pony Mozart einen zweiten Platz erreiten können, reichte es in Bonn mit dem isabellfarbenen Hengst Donnertraum leider nicht für eine vordere Platzierung.
Nach den Ponys absolvierten die Junioren ihre Finals: das kleinere der Beiden, den Preis der Familie Raimund Stuer, gewann Nadine Suhrmann mit Jackpot. Für den Ritt mit dem 12-jährigen im Rheinland gezogenen Hengst gab es 68,72%, auf Platz zwei kam Mandy-Julia Mansmann mit dem Westfalen Edward-Louis (67,94%), Platz drei belegte Josephine Binder mit Little Sweat (65,88%). Den Sieg im Kür-Finale, den Preis der AGCO-Finanz, erritt sich Louisa Lüttgen aus Kerpen, die für den gastgebenden Verein, den ARC-Bonn, den Sieg mit dem 12-jährigen Wallach Habitus holte. Der Schwarzbraune zeigte sich zu den Klängen der Musik viel losgelassener als am Samstag. Sein überragender Schritt und die schön bergauf gesprungenen Galoppwechsel überzeugten Publikum und Richter, 75,66% waren die verdiente Note und damit Platz eins. Platz zwei sicherte sich Theresa Bausch mit dem großrahmigen Fuchs Don Freddy. Die Aachenerin ritt den 13-jährigen Wallach sehr couragiert, im Mittelgalopp konnte der Fuchs zeigen, welch enormen Schub er aus der Hinterhand entwickeln kann. So viel Mut musste belohnt werden, 72,58% gab es am Ende für die Kür zu Abba-Klängen. Die zweite Kür war es erst, die Nicola Krause mit Rhythm Dance bestreiten konnte, und das gelang prima: Platz drei mit 70,66% lautete das Ergebnis es am Ende für die Cousine von Sönke Rothenberger. Marie Louise Larsen aus Dänemark belegte Rang vier und erkämpfte sich damit den Sonderehrenpreis als beste ausländische Reiterin.

Während sich das Wetter verschlechterte und sich die meisten Zuschauer in das große Catering-Zelt am Dressurviereck begaben, in dem die fleißigen Helfer des ARC wie gewohnt sehr freundlich und routiniert alle Bestellungen der Gäste entgegennahmen, mussten die Jungen Reiter ihre letzten Prüfungen in Angriff nehmen. Das kleine Finale, den Preis der Firma Martin Zimmer, in dem mangels Starter nur vier Reiterinnen antraten, gewann Lydia Camp mit der braunen Stute Magic old time mit 66,20%, vor Antonia Gotzens auf dem Hannoveraner Champagner (64,25%) und Lisa Mareen Schindler auf Radonna (64,26%).

Heftiger Regen fiel ausgerechnet, als die Favoritin des Kür-Finals Thea Felicitas Müller das Viereck betrat. Auch sie hatte die Gruppe Coldplay zur Untermalung der Kür gewählt, das schien ein gutes Omen zu sein: dem blinden Wallach Highway schien die Musik zu gefallen - mit viel Bewegung und Elastizität absolvierte der Hannoveraner die Prüfung. Besonders beeindruckend waren die Galoppwechsel auf der gebogenen Linie, eine hohe Anforderung an die Durchlässigkeit des Pferdes. Mit Abstand konnte die Rheinländerin, die in Schwelm zuhause ist, die Konkurrenz auf die weiteren Plätze verweisen, 76,66% waren nicht zu schlagen. Platz zwei ging an die Luxemburgerin Veronique Henschen mit Fontalero (71,91%). Sie bekam übrigens als beste ausländische Reiterin bei den Jungen Reitern einen tollen Ehrenpreis, einen feuerroten Motorroller. Big Albert hieß das drittplatzierte Pferd, es wurde von Katharina Winkelhues vorgestellt. Die Bundeskaderreiterin versuchte, den großen Braunen trotz des immer stärker werdenden Regens, schwungvoll durch die Kür zu reiten. Die Richter belohnten das Engagement der ARC-Lokalmatadorin am Ende mit 70,16%. Zur Siegerehrung dieser Prüfung, dem Preis der RABO-Bank International, ließ sich dann doch noch die Sonne blicken, ein versöhnlicher Abschluss eines langen Wochenendes.

Natürlich hätten sich die Turnierleiter Uwe Spenlen, Rolf-Peter Fuß und Wolfgang Winkelhues bessere Wetter-Bedingungen gewünscht, auch die kurzfristigen Absagen einiger ausländischer Reiter sorgten nicht gerade für begeisterte Gesichter am Wesselheideweg. Trotzdem waren alle Drei immer guter Dinge, lösten fast jedes Problem und hatten für alle Sorgen und Nöte Zeit und ein freundliches Wort. Gemeinsam zogen sie am Ende der anstrengenden Turniertage wieder ein positives Fazit und wollen im nächsten Jahr erneut auf besseres Wetter hoffen.
Etwas besseres Wetter hätte auch dem Lions-Club Bonn-Venusberg geholfen, dessen Einnahmen der alljährlichen Tombola beim Turnier blinden und sehbehinderten Menschen in Entwicklungsländern gespendet wird. Aber auch hier war von Verdruss keine Spur, die engagierten Mitglieder des Clubs wird man ebenfalls gut gelaunt im nächsten Jahr wieder auf der Anlage der Familie Riegel antreffen.

Fotos des Turniers von Barbara Schnell können unter dem folgenden Link käuflich erworben werden: http://www.bschnell.de/_gal/bschnell/eyc09/eyc.html
Mehr Fotos von Astrid Appels/eurodressage: http://www.eurodressage.com/reports/shows/2009/jun_bonn-photo.html


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